Sylvia Bruckner lives and works in Vienna.
As she let her instincts drive her towards jazz, Sylvia Bruckner began as an autodidact, only to return to study jazz-piano later. During the process she found her soul in chamber New music, and only then had earned her second diploma in classical music. As lending a hand to musicians in ad hoc groupings, we find her playing in musical situations with big names, as much as the younger cats or dancers. Whether she would dust off the pianissimo, or make the instrument's intestines sigh harsh glisses, there's an agitation to create a palette. That something: very aural about the leaps left before the listeners. As if the water still boiled in the kettle, even after it was removed from the fire.
Education:
Universität für Musik und darstellende Kunst, Wien
Konservatorium der Stadt Wien, Jazzpiano with Fritz Pauer
Collaboration with:
Willi Kellers, Hamid Drake, Joëlle Léandre, John Butcher, Raymond Strid,
Wolfgang Reisinger,Thomas Berghammer, Susanna Gartmayer a.o.
Festivals:
Konfrontationen Nickelsdorf, Limmitationes, V:NM Graz, Wie Es Ihr Gefällt Berlin, Jazz Fair Zagreb, Jazz Fest Wien, etc.
Press:
„Sounds are detonating, sounds are blossoming, transforming into space. Dreamy phrases. Brooding. Dwelling. Sounds are coming closer. Sounds are moving away. Sounds are standing still. Lines are piercing the piano.Explosions. Going to extremes, moods, meditation, ecstacies, atmosphere. Lost in romance. Sounds are breathing deeply – standing in front of the audience like abstract paintings.
Free Jazz? “Yes, that is it too. That’s what I am, where I am running free, regardlessly”, Sylvia Bruckner is answering to this casual category. One should also mind the word “too”.
Because for Sylvia Bruckner’s work, stylistically so unpredictable and open in the end, single categorical terms are “rooms” too small to enter. They don’t come up to the phenomenon …
This therefore means using the whole range of possible forms of expression and accepting it as an opportunity of creating tonality, free tonality, clusters and picturesque harmonies, extrovert actions and also measured acting. If she herself is to describe her own stylistic features, terms like impulsiveness, ecstacies, extreme contrasts, existing fully now and here, intensity, turn up. And regarding the stimuli for her work? They are by no means less varied and need not have necessarily something in common with the world of sounds."
LJUBISA TOSIC, translation: Rudolf Laggner
Sylvia Bruckner zählt zu den bekanntesten österreichischen Jazzpianistinnen und hat mit Kompositionen und Improvisationen einen eigenen spezifischen Stil mit eigenem Sound entwickelt. Die Spannweite ihrer Arbeiten reicht von Neuer Musik über Free Jazz bis zu experimenteller Rockmusik, die sie allein sowie mit instrumentalen und vokalen Partnern realisiert.
Dr. Karlheinz Roschitz
CD-Review:
SYLVIA BRUCKNER
what becomes
Eigenverlag / sylviabruckner.com
Sylvia Bruckner (p, lyra, zither); Gäste: John Ingle (sax), Susanna Gartmayer (bcl), Thomas Berghammer (tp), Didi Kern (dr)
Ganz reduziert beginnt das erste Stück auf What Becomes der Pianistin Sylvia Bruckner. Da greift sie dem Klavier auch in den Bauch, klopft am Rahmen und zupft die Saiten. Ein sehr schönes ausführliches Solo, sehr gedankenvoll ohne die Verspieltheit zu überreizen, auch Sounds am Rande der Hörbarkeit haben da Raum. Später kommen noch andere dazu, John Ingle am Saxofon zum Exempel oder die ganz famose Susanna Gartmayer auf vier Stücken mit ihrer Bassklarinette. Sehr fein wird da miteinander musiziert, vor allem auch, da sich Thomas Berghammer noch als Trompeter dazu gesellt. Eine sehr beachtliche Stimme. Im Trio lässt es sich schlüssig kommunizieren (Track #5: The Art of Communication). Es kommt auch die Art of Nothing vor – da ist schon sehr wenig zu hören, nichts ist dennoch eine Übertreibung – oder die Art of Noise, ganz schön aufregende Duos mit John Ingle. Und am Ende trommelt noch zweimal Didi Kern, große Klasse, auch mit hübsch vertauschten Rollen zwischen Klavier und sehr melodiös eingesetztem Schlagwerk. Da wird auch ein durchaus mächtiger Klanghaufen produziert, aus dem Kern fast groovig wieder herausführt. Ganz am Schluss gibt’s noch einen minimalistisch-repetitiven, schrägen Ohrwurm. Sehr schöner Tonträger. (haun)
in: freiStil
Magazin für Musik und Umgebung
Oktober 2014
"Klänge detonieren. Klänge blühen auf, werden zu Räumen. Verträumte Phrasen. Sinnieren, Verweilen. Klänge kommen näher. Klänge entfernen sich. Klänge stehen. Linien bohren sich ins Klavier. Explosionen. Bis zum Äußersten gehen, Stimmungen, Meditation, Ekstasen, Atmosphäre. Verloren romantisch. Töne atmen durch – stehen vor dem Hörer wie abstrakte Bilder.
Free Jazz? „Ja, das auch. Das bin ja ich, da lebe ich etwas aus – ohne Rücksicht auf Verluste“, meint Sylvia Bruckner auf die hingeworfene Kategorie, wobei man vor allem das Wörtchen AUCH beachten sollte. Denn für eine Arbeit, die letztlich stilistisch so unberechenbar und offen ist, wie jene von Sylvia Bruckner, sind Einzel-Begriffe wohl auch zu kleine „Räume“. Sie werden dem Phänomen nicht gerecht. Das betrifft auch Sylvia Bruckners Geschichte: Was sie immer interessiert hat, war Musik, die emotionell war. Da hatten einzelne Genres wohl nur phasenweise eine dominante Stellung. Sehr früh hat sie jedenfalls zu ihrem Instrument, dem Klavier, gefunden, hat bei einem uralten Weiblein im Waldviertel den ersten Unterricht bekommen. Da war sie gerade fünf, spielte eher nach Gehör, und die ersten musikalischen Eindrücke („amerikanischer Jazz“) brachte das Radio.
Freilich faszinierten Janis Joplin und auch die Beatles. Aber Jazz blieb indes auch weiterhin gegenwärtig. Das allerdings ist schon eine Weile her, und das swingende Fach im Sinne des Mainstream hat Sylvia Bruckner nie längere Zeit praktiziert: „Ich könnte das auch nicht. Ich spiele ihn zwar gerne, aber nicht regelmäßig. Manchmal reihe ich einfach so einen Standard an den anderen“. Keith Jarrett ist ihr natürlich nicht unangenehm – und Cecil Taylor, der beharrliche Magier des feintonalen Klavier-Spiels ist ihr sehr nahe. Bruckner: „Ich trage sehr viel Verschiedenes in mir. Ich habe natürlich Stücke, die tonal sind. Aber nicht nur“. Das aber heißt, die ganze Bandbreite der möglichen Ausdrucksformen nutzen und akzeptieren als eine Möglichkeit von Kunst, Tonalität, Freitonalität. Cluster und malerische Harmonien, extrovertierte Aktion und auch verhaltenes Agieren.
In punkto Instrumental-Technik sind da nicht unbedingt besondere Grenzen gesetzt. Bruckner: „Ich will nicht überheblich sein, aber die Technik ist etwas, das mir gewissermaßen gegeben ist. Ich habe nie wirklich sehr viel geübt, das ist wirklich eine Begabung. Es ist für mich selbst ein Rätsel“.
Soll sie ihre Stilistik selbst beschreiben, fallen Worte wie Impulsivität, Ekstatik, das Extrem-Gegensätzliche, ein Voll-da-sein, Intensität. Und die Anregung zur Arbeit? Ist nicht minder vielfältig und muss mit der Welt der Töne nicht unbedingt etwas gemein haben.
Bruckner: „Sehr wichtig ist die bildende Kunst, aus ihr beziehe ich wirklich viel. Dabei vor allem aus der abstrakten Malerei – da entsteht oft unmittelbar etwas. Aber auch wenn ich einfach so durch die Stadt gehe, spielt sich sehr viel ab in mir, das sich schließlich ausdrückt“ – in ungemein persönlicher Musik, versteht sich."
LJUBISA TOSIC
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